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Während sich die Community von blogage.de langsam entwickelt, basteln wir im Hintergrund kontinuierlich an der Funktionalität und vor allem der User Experience des Portals sowie unserer Blogs herum. Es gibt viele Ecken an denen wir Überarbeitung für dringend nötig halten und bemühen uns diese Stück für Stück abzuarbeiten.

Ich möchte einmal an Hand eines Beispiels einen Eindruck vermitteln, wo die Reise hingehen soll. Wie vor etwa einem Monat im blogage.de-Newsblog bekannt gegeben haben wir unsere Dateiverwaltung und das Hochladen von Dateien grundlegend überarbeitet. Hier also eine kurze Geschichte der Evolution der Dateiverwaltung (der Upload-Dialog folgt, so stay tuned).

Vorher: Die alte Dateiverwaltung 

Zu Beginn, hier ein kurzes Video von der Ausgangssituation (blogage.de-Videohilfe):

Die Dateiverwaltung erinnert sehr an den Windows Explorer und ist in ihrer Handhabung recht umständlich. Das Verschieben von Dateien in Ordner z.B. ist symptomatisch für die Unzulänglichkeit der Übertragung der Datei und Ordner-Metapher vom Desktop ins Web.

Aber auch viele andere Aspekte, wie die häufig kleinen und leicht zu übersehen Links, oder der überladene und viel zu große Upload-Dialog waren gelinde gesagt keine Augenweide.

Beginn der Überarbeitung: Ein neues Vorbild

Zu Beginn der Überarbeitung war uns klar, wir wollen es so einfach wie möglich gestalten. Der Benutzer soll so wenig wie möglich neu erlenen müssen. Die Entscheidung sich weiterhin an einem Desktop-Vorbild zu orientieren war naheliegend.

Uns gefiel die Spalten-Ansicht der Ordner in Mac OS X sehr gut, also entschieden wir uns zu versuchen in diese Richtung zu arbeiten. Durch die Entwicklung von JavaScript Frameworks, die seit der letzten Version der Dateiverwaltung stattgefunden hat, war die Umsetzung dieser Art für uns auch tatsächlich möglich geworden. Es gibt bei der Übertragung ins Web allerdings Einschränkungen, die beachtet werden mussten:

 

  1. Kontextmenüs: Auf dem Desktop ist man es gewöhnt mit einem Rechts-Klick ein Kontextmenü zu öffnen und dadurch Dateien zu bearbeiten. Im Web ist dies mittel JavaScript zwar möglich, allerdings ist hier die Erwartungshaltung der Benutzer eine andere. Es wird zurecht argumentiert, dass das hinzufügen eines Kontextmenüs nicht schadet, aber es kann nicht die primäre Bedienform sein. (Diskussion zum Thema)
  2. Platz: Der Platz innerhalb eines Browserfensters ist im Vergleich zu Desktop-Oberflächen recht begrenzt. Es muss also mitunter auf Informationen und Bedienelemente verzichtet werden.

 

Insgesamt halte ich es jedoch mit unter für kontraproduktiv sich zu viele Gedanken über die (technischen) Einschränkungen zu machen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich keine guten Lösungen finde, wenn ich mir zu viel sorgen über die Umsetzung mache. Das führt zwar häufig zu Protest und Kritik von seiten der Entwickler, aber es fördert die Findung einer guten Lösung - vorausgesetzt man bemüht sich im Anschluss gemeinsam einen guten Kompromiss zu finden.

The next level: Der Entwurf und seine Vorteile

Nach einigem ausprobieren, hin und her mit den Icons und weiteren Überlegungen, sah der finale Entwurf dann wie folgt aus:

Mir war es bei dem Entwurf wichtig, dass die wichtigen Funktionen nicht zu übersehen sind. Die großen Icons vergrößern nicht nur die klickbare Fläche, sondern dienen als zusätzliche Hinweise für die Funktionalität und erleichtern das Erfassen.

Das Erscheinungsbild der neuen Dateiverwaltung sollte optisch einen deutliche Ähnlichkeit zum Betriebssystem haben, um den Transfer von Erwartungen zu begünstigen. Dateien können per Drag & Drop zwischen den Ordnern verschoben werden. Es können mittels eines Shift-Klicks mehrere Dateien gleichzeitig aktiviert und verschoben, runtergeladen oder gelöscht werden und so weiter.

Auch die Möglichkeit nicht nur Dateien, sondern auch Ordner umzubenennen ist mit dieser Oberfläche möglich, worauf voher aus Platzgründen verzichtet wurde.

Ein weiteres großes Manko der alten Dateiverwaltung war es, dass man die Zusatzinformationen zu einer Datein ausklappen musste, um deren Öffentlichkeits-Einstellung sehen zu können. Daher habe ich mich dazu entschieden nicht-öffentliche Dateien gleich in der Übersicht als solche zu kennzeichnen. So muss man nicht immer wieder besorgt nachschauen, ob die top-secret-Dateien auch wirklich nicht öffentlich zugänglich sind.

Opfer der Revolution: Gestrichene Funktionen

Es ist allerdings nicht nur Funktionalität hinzugekommen. EIne Funktion, die wir anfangs für potentiell nützlich hielten, stellt sich als ungenutzt und überflüssig heraus: Die Bemerkungen zu Dateien. Daher wurden diese kurzer Hand gestrichen.

Auch die Einstellung einer Lizenz für jeden einzelne Datei machte sowohl das hochladen, als auch das Verwalten der Dateien unnötig kompliziert. Da wir Bloggen so einfach wie möglich machen wollen, möchten wir unser Benutzer nicht zwingen, sich bei jeder einzelnen hochgeladenen Datei über die Rechte Gedanken zu machen. Deshalb haben wir uns auch hier entschieden auf diese Funktion zu verzichten.

Zu guter letzt bekam ich dann beim Erstellen des Entwurfs ein Platzproblem bei der Unterbringung der URL für die jeweiligen Dateien. Auch hier habe ich über eine Aufgabe der Möglichkeit nachgedacht die Datei-URL aufzurufen, kam aber schnell zu dem Schluss, dass dies keine gute Idee war. Also entschied ich mich dazu, die Adressen über einen Button in einem Modal zu öffnen, dass sich über die Dateiverwaltung legt.

Das Endprodukt

Für die Umsetzung hat sich dann besonders mutle ins Zeug gelegt und das Resultat ist sehr gelungen, wie ich finde. Hier das Ganze in Bewegung:

Wir arbeiten natürlich auch an der Dateiverwaltung weiter. Wer also Anmerkungen, Kritk oder Verbesserungsvorschläge hat: Immer her damit.

Im Web lesen Menschen anders. Diese Erkenntnis ist nicht neu und für jeden frequenten Surfer selbstverständlich. Jacob Nielsen hat vor mittlerweile 12 Jahren bereits einen Artikel in der Alertbox zu diesem Thema veröffentlicht, in dem er ein paar ganz pragmatische Tipps gibt:

As a result, Web pages have to employ scannable text, using

  • highlighted keywords (hypertext links serve as one form of highlighting; typeface variations and color are others)
  • meaningful sub-headings (not "clever" ones)
  • bulleted lists
  • one idea per paragraph (users will skip over any additional ideas if they are not caught by the first few words in the paragraph)
  • the inverted pyramid style, starting with the conclusion
  • half the word count (or less) than conventional writing

Dennoch haben weite Teile der Webseiten erstellenden Bevölkerung (oder derer, die diese beauftragen) diese wichtige Erkenntnis noch nicht ausreichend verinnerlicht. Jason Fried, einer der Gründer der Software Firma 37Signals, hat kürzlich in einem Interview gesagt, dass seiner Meinung nach heute nicht mehr schlechtes Webdesign das Hauptproblem ist, sonder schlechte Texte.

Augenmerk auf Inhalte: Der Tonfall

Damit schneidet Jason Fried ein Thema an, dass deutlich über die Scanbarkeit von Text hinausgeht. Denn nicht nur die Art der Textpräsentation, sondern auch der verwendete Tonfall beeinflusst das Verhalten der (Web-)Nutzer. Auch dies wird von Jacob Nielsen bereits in seinem Artikel von 1997 beschrieben. Im direkten Verlgeich schnitten die Benutzer einer Webseite besser ab, wenn der Text objektiv geschrieben war als wenn bei Werbetexten. Er vermutet, dass durch das Werbegelaber eine kognitive Belastung zur Filterung der wahren Information entsteht:

Our conjecture to explain this finding is that promotional language imposes a cognitive burden on users who have to spend resources on filtering out the hyperbole to get at the facts.

Ein sehr interessanter Vortrag zu dem Thema von Bill DeRouchy auf der "From Business to Buttons"-Konferenz geht auf den Effekt formaler bzw. informaler Sprache stärker ein. Kritisiert wird die häufig zu formale Sprache, als eine Form der Kommunikation, die aus einer hierarchischen und übergeordneten Position heraus formuliert wird. Sie ist häufig belehrend, anonym und wenig angenehm.

slack: die Vergebung der Nutzer

Weniger formale Sprache erzeugt hingegen (richtig eingesetzt) etwas, was Bill DeRouchy als slack bezeichnet. slack ist dafür verantwortlich, dass man einer Webseite oder Firma Fehler oder Probleme bereitwilliger vergibt und dass auch die Menschen, die hinter der digitalen Fassade stehen in das Bewusstsein des Benutzers rücken. Ein sehr interessanter Vortrag:

Links zum Thema:

Gestern habe ich mir einen interessanten TED-Vortrag von Don Norman zum Thema Emotional Design aus dem Jahr 2003 angeschaut. Norman leitet den Vortrag mit den Worten "The new me is beauty." ein. Das Publikum lacht zurecht, denn Don Norman hat sich in den letzten Jahren eher als grummeliger Designkritiker mit dem Schwerpunkt Benutzbarkeit einen Namen gemacht. Aber der Mitgründer der Nielsen Norman Group spricht in diesem Vortrag über den Einfluss von Emotionen auf die Benutzbarkeit und die Akzeptanz von Design. Sehenswert.

Ein empfehlenswertes Buch von Don Norman über die Benutzbarkeit von alltäglichen Gegenständen ist übrigens The Design of Everyday Things. Interessant und anschaulich illustriert.

Links zum Thema:

Gestern habe ich eine interessante Ausgabe von W wie Wissen gesehen. Die Sendung lief unter dem Titel "Wie viel Licht ist gesund?". Es gab Beiträge zu den Auswirkungen von Licht auf das menschliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit, aber auch auf stärker physiologische Folgen von zu viel, zu wenig oder "falschem" Licht.

Zuerst wurde die Effekte von verschiedenen Lichttemperaturen und -farben auf die Stimmung und Konzentrationsfähigkeit gezeigt. Offenbar hat kalt-weißes Licht mit einem hohen Anteil aus dem blauen Lichtspektrum einen konzentrationsfördernden und wachmachenden Effekt. In einer Studie an einer Hamburger Grundschule wurde dynamisches Licht mit verschiednen spektralen Zusammensetzungen genutzt, um z.B. Ruhe- und Arbeitsphasen voneinander abzugrenzen.

Über ein Jahr beobachteten Forscher der Hamburger Universitätsklinik UKE die Leistungen der Klasse mit dynamischem Licht und verglichen sie mit einer anderen Klasse, bei der Standardbeleuchtung zum Einsatz kam. Dazu setzten sie Aufmerksamkeits-, Belastungs- und Leseverständnistests ein.

Ihre Ergebnisse waren eindeutig: Die Lesegeschwindigkeit der Schüler stieg unter dynamischem Licht um fast 35 Prozent.

Quelle: W wie Wissen - Licht und Stimmung

Allerdings wurden hier in der Schule nicht nur Lichttemperatur, sondern auch die Intensität variert. Alleine die Intensität hat bereits positive Effekte auf das Lesen. Ich bin mir daher unsicher, wie groß der Anteil des Effekts der Lichttemperatur ist und wie viel davon auf die Veränderung der Intensität zurückzuführen ist.

Im weiteren Verlauf des Beitrags wurden die hormonellen Effekte von blauem Licht gezeigt. Die Ausschüttung des Hormons Melatonin wird offenbar durch stark blaues Licht deutlicher unterdrückt, als das bei rotem Licht der Fall ist. Da Melatonin zu Müdigkeit führt, kann also blaues Licht aktivierend wirken (Grafik von W wie Wissen).

Klicke auf das Bild, um es zu vergrößern.

Aber wie so oft gibt es wohl auch hier eine andere Seite der Medaille. In einem weiteren Beitrag wurde die begründete Hypothese geäußert, dass ein Mangel an Melatonin durch Nachtarbeit und nächtliche Beleuchtung evtl. krebsfördernd sein könnte. Dies ist dann natürlich bei kalt-weißem Licht in noch höhere Maße der Fall, als bei rötlicher Beleuchtung. Neben dem Sondermüllproblem könnten Energiesparlamen also evtl. weitere negative Effekte auf unsere Gesundheit haben.

Alles in allem eine sehr interessante Sendung. Ein paar Beiträge gibt es im Internet zu sehen und zwar auf den Seiten der Arikel, die ich unten verlinkt habe (jeweils etwa 5 Minuten).

Links zum Thema:

Letzte Woche Dienstag hat Apple die neueste Generation der MacBooks, MacBook Pros und MacBook Airs vorgestellt. Ich war von den meisten Neuerungen sehr angetan und finde, dass Apple es wieder einmal geschafft hat ein paar gute Kaufargumente zu liefern. Was mich allerdings schon bei der Präsentation der aktuellen Generation der iMacs etwas irritiert hat, ist die Wiedereinführung der verspiegelten Displays.

Mein iMac der letzten Generation hat einen entspiegelten Bildschrim und ich habe diesen sehr zu schätzen gelernt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich früher oft über die Spiegelungen auf meinem spiegelnden Röhrenmonitor bei gutem Wetter geärgert habe.

Woher kommen die Reflexionen auf dem Bildschirm?

Computermonitore, sowie die meisten anderen Glasoberflächen, reflektieren Licht bei einem bestimmten Einfallswinkel. Was man allerdings sehr schön beobachten kann, wenn man einmal einen aktuellen iMac benutzt hat, der Grad der Reflexion hängt nicht nur vom Einfallswinkel ab. Auch das auf dem Monitor dargestellt Bild hat einen Einfluss. Aber warum?

Wenn ein Bildschirm ausgeschaltet ist oder ein sehr dunkeles Bild zeigt, strahlt er wenig Licht aus. Das führt dazu, dass das reflektierte Umgebungslicht das vom Monitor abgestrahlte Licht überlagert.

Das führt dazu, dass man statt der Bildschirmdarstellung die Reflektion der Lichtquelle sieht. Wenn der Bildschirm allerdings viel Licht abstrahlt, fällt die Spiegelung weniger stark ins Gewicht. Das liegt daran, dass nun das vom Monitor abgestrahlte Licht, die Reflexion des Umgebungslichtes überstrahlt, so dass diese deutlich schächer wahrgenommen wird.

Da diese Eigenschaft je nach Leuchtkraft des Bildschirms und Umgebungsbeleuchtung sehr störend sein kann (ich stelle einmal die These auf, dass diese Eigenschaftt am Cliché des blassen und im Dunkeln hockenden Informatikers schuld ist), haben sich hier kluge Leute ein paar Gedanken gemacht und schließlich entspiegelte Monitore entwickelt.

Wieso spiegelt ein entspiegelter Monitor nicht?

Gelöst wurde das Problem durch eine Veränderung der Oberfläche. Im Falle meines iMacs handelt es sich dabei um eine unebene Kunststoffoberfläche, die dafür sorgt, dass das Licht aus der Umgebung, was auf den Bildschirm fällt gestreut wird und es dadurch höchstens zu einem diffusen hellen Berreich auf dem Monitor kommt.

Die Sache hat allerdings einen Haken (natürlich). Die Kunststoffoberfläche streut nicht nur das Umgebungslicht, sondern auch das Licht, was der Bildschirm abstrahlt. Das hat zur Konsequenz, dass sowohl die Schärfe des Bildes als auch die Farbkontraste reduziert werden. Dadurch verliert die Farbdarstellung an "Brillianz".

Warum wieder spiegelnde Monitore? 

Die neuen Bildschirme von Apple sind also wieder spiegelnd. Das wird zum einen sicherlich mit der höheren Brillianz zusammenhängen. Apples Senior Vice President of Design Jonathan Ive drückt es in einem Video über die neuen MacBooks so aus:

The color has a lot more pop.

Ich vermute außerdem, dass die neuen LED backlit Displays eine höhere Leuchtkraft haben, als die alten Röhrenmonitore (kann das jemand bestätigen?), und die Spiegelungen daher ein weniger großes Problem darstellen. Hinzu kommt, dass die Glasobefläche der Bildschirme deutlich wiederstandsfähiger ist, als die der alten iMacs zum Beispiel.

Ich frage mich allerdings trotzdem, ob die Wahl für die MacBooks so günstig war. Die neuen iMacs werden als Heimcomputer drinnen genutzt und müssen daher i.d.R. nicht direktes Sonnenlicht überstrahlen können. Das sieht bei Laptops allerdings häufiger mal anders aus...

Links zum Thema:

Das besonders durch digg.com bekannt gewordene System von One-Click-Empfehlungen, auch Vote to promote genannt, ist eine recht effektive Methode, um aus einer Masse von Inhalten (besonders auch User Generated Content) beliebte oder für die Meisten interessante Beiträge herauszufiltern.

Wann bietet sich Vote to promote an? 

Die Yahoo! User Interface Library empfiehlt die Verwendung dieser Filtermethode unter folgenden Vorausetzungen:

Use this solution when

  • Users in the community have the ability to submit content to a 'pool' of resources.
  • Some democratic form of judgment is needed, to allow the community to compare the subjective quality of one submission to another.
  • A sizeable-enough community is required. Ideally, popular submissions in the pool should receive significantly more (dozens, hundreds?) votes than non-popular ones, in order to make comparisons meaningful.

Der Haken an der Sache ist also, dass dieses System natürlich erst dann wirklich gut funktioniert, wenn es auch viel genutzt wird. Das bedeutet zum einen, dass einfach eine verhältnismäßig große Anzahl an Nutzern vorhanden sein muss, zum anderen aber auch, dass die Funktion auch genutzt werden sollte.

Letzteres Problem ist auf einer Seite wie blogage.de schon alleine deshalb größer, weil Vote to promote nicht die Kernfunktion der Seite ist. Wenn man Phantom, einem der Gründer von YiGG.de allerdings glauben mag, so besteht diese Problematik auch auf Seiten, deren Kernfunktion die Beitragsfilterung ist:

Das Hauptproblem aber ist das viele Aktive User sich garnicht darum bemühen Stimmen abzugeben. Im Schnitt haben Frontpage Nachrichten 20-40 Stimmen. Wir haben aber aktive User im Tausenderbereich welche täglich vorbeikommen.

Mögliche Ursachen für geringe Nutzung

Da ich die Empfehlungsfunktion von blogage.de auch zu einer der Stärken des Blog-Portals zähle, habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht, wo die Gründe für eine geringe Nutzung der Funktion liegen könnten (abgesehen von einer geringer Nutzerzahl). Ich glaube, im Allgemeinen kann es fünf Ursachen geben:

1. Das System wird nicht verstanden.

Die Wirkung des Link "Empfehlen" (blogage.de) mag zwar eindeutig sein, allerdings ist die Funktion es nicht unbedingt. An vielen anderen Stellen werden Beiträge empfohlen, indem man sie mit einem vorgefertigten E-Mail-Template versendet. Die Begriffe "abstimmen" (YiGG.de) und "bewerten" (webnews.de) assoziiere ich immer mit einer Wahlmöglichkeit von mehreren Optionen, was wiederum zu Problem 2 führt.

Lösungsvorschlag: Eindeutige Bezeichnung und Ergänzung durch verständliche Symbole.

2. Das Empfehlen wird als zu aufwändig empfunden.

Wie aufwändig ist ein Klick? Richtig, der Aufwand geht gegen Null. Es ist aber auch nicht der Klick, der hier den Aufwand darstellt, sondern die vorausgehenden Überlegungen: "Ist der Beitrag empfehlenswert?", "Was könnten andere von mir denken, wenn ich diesen Beitrag empfehle?" etc. pp. Im Fall der Begriffe "abstimmen" oder "bewerten" stellen sich evtl. weitere Fragen wie "Wieviele Sterne verdient der Beitrag?" oder "Ist der Beitrag nun 2 oder 3 Sterne gut?". Alle diese Überlegungen sind aufwändig (Zeit und Hirnschmalz) und können evtl. das Abgeben einer Empfehlung hemmen.

Lösungsvorschlag: Empfehlen oder nicht - keine Zwischenstufen, Möglichkeit Stimme zurückzunehmen, evtl. anonymes Empfehlen.

3. Nutzer legen ihre Messlatte zu hoch.

Ein Teil der Nutzer ist erfahrungsgemäß sehr konservativ, was die Äußerung von Empfehlungen angeht. Das ist auch gut so, denn auf diesem Weg kann sich der hervoragende Inhalt vom guten absetzen. Problematisch wird es lediglich, wenn große Teile der Community eher zurückhaltend sind.

Lösungsvorschlag: Möglichkeit Stimme zurückzunehmen, evtl. anonymes Empfehlen.

4. Die Inhalte sind tatsächlich nicht gut genug.

Wenn die Inhalte einfach nicht empfehlenswert sind, nützt auch eine großzügige Empfehlungskultur wenig.

Lösungsvorschlag: Anreize für Qualitätsinhalte schaffen (YiGG.de bietet beispielsweise eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen).

5. Die Empfehlungsfunktion wird übersehen.

Es ist durchaus sinnvoll den Empfehlungslink nicht groß oberhalb des Beitrags anzubieten. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Empfehler tatsächlich den gesamten Beitrag gelesen haben (wird so auch in der Yahoo! Library empfohlen). Allerdings sollte der Link auch nicht zu versteckt sein.

 

Links zum Thema:

Ich habe mich heute mal damit beschäftigt ein bisschen Statistiken anzufertigen und Grafiken dazu zu erstellen. Worum ging es dabei? blogage.de - worum sonst. ;)

Nutzerzahlen

Angefangen habe ich mit einer Übersicht über die Entwicklung der Nutzerzahlen. Dabei ist folgender schöner Graph entstanden:

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

 

Anzumerken ist hierbei, dass  der Monat September natürlich noch läuft und die Daten vom 15. September nicht hochgerechnet wurden. Mit anderen Worten: Am Ende diesen Monats wird die Zahl der Nutzer weiter gestiegen sein. Die Abflachung der Gerade zum Ende hin ist also nicht auf weniger Anmeldungen zurückzuführen.

Im Durchschnitt lag die Zahl der Anmeldungen pro Monat im letzten 3/4-Jahr bei etwa 110.

Demografische Daten 

Ich hatte darüberhinaus schon seit längerem vor die demografischen Daten unserer Community mal ein wenig auszuwerten und mal zu gucken, aus was für Menschen sich blogage.de eigentlich zusammensetzt. Ich habe natürlich nur die öffentlichen Angaben ausgewertet. Dabei habe ich mir zuerst einmal das Geschlecht angeschaut. Die Verteilung ist hier doch recht ausgewogen, wobei es allerdings ein paar mehr Männer unter uns gibt:

 

Als nächstes habe ich mir dann die Altersverteilung in der Community angeschaut. Das häufigste Alter ist 24 und der Durchschnitt liegt bei etwa 27 Jahren. Der etwas robustere Median liegt aber ebenfalls bei 24 Jahren.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Was die Berufe unserer Nutzer anbelangt so ist ein gutes Drittel der Blogger in allen erdenklichen Berufsfeldern beschäftigt. Von Erziehern über Hausfrauen bis hin zu Rentnern ist alles vertreten. Die restlichen zwei Drittel lassen jedoch zwei Gruppen sehr stark hervorstechen: Studenten und Schüler sind die am häufigsten angegebenen Berufe.

 

Ein sehr interessanter aber dennoch anstrengender Tag. ;)

mutle hat mich gestern auf Silverback aufmerksam gemacht. Dabei handelt es sich um ein Programm für den Mac, dass es einem ermöglicht mit wenig Aufwand den Computer in ein Usability-Testcomputer zu verwandeln.

Dabei nimmt das Programm nicht nur die Aktivitäten auf dem Bildschirm (incl. Klicks) auf, sondern nutzt gleichzeitig die eingebaute iSight oder eine angeschlossene Alternative, um Gestik, Mimik und Sprache der Versuchspersonen aufzunehmen. Eine kleine Demonstration bietet dieser Screencast der Entwicklerfirma Clearleft:




Das Programm kostet etwa $50 und läuft ab Mac OS X 10.4. Da ich ohnehin in naher Zukunft ein paar Aspekte der bald anstehenden neuen Version von blogage.de testen möchte, werde ich mir das Programm kaufen und bei Gelegenheit einmal einen Erfahrungsbericht abgeben.

Einziges Manko, was mir bisher ins Auge gefallen ist: Eye-Tracking kann Silverback bisher nicht. ;)

Links zum Thema:

Am 7.4.08 habe ich Zwecks einer Umstrukturierung der Inhalte auf blogage.de eine Erhebung mit Hilfe des Card-Sorting-Verfahrens gestartet. Nach etwa einem Monat habe ich die Erhebung beendet und bin jetzt im Rahmen meiner Prüfungsvorbereitung für die Prüfung in Methodenlehre und Statistik die Auswertung fertig gestellt.

Ich hoffe, dass ich bei der Auswertung soweit alles richtig gemacht habe, denn dann läuft auch meine Prüfungsvorbereitung gut. Überprüfung und Kritik sind daher willkommen (Rohdaten (XLS)). ;)

 

Stichprobe

 

Der Stichprobenumfang lag bei 15 Versuchspersonen (5 weiblich). Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer lag zwischen 17-56 Jahren (MW = 30,067).

 

Methode

Wie bereits erwähnt wurde die Strukturierung der Inhalte mit Hilfe von einem geschlossenen Card-Sorting vorgenommen. Informationen zu dem Verfahren gibt es z.B. bei usability.gov. Dabei wurden fünf der abgegebenen Sortierungen in Listenform am Computer vorgenommen. Die übrigen 10 wurden in klassischer Weise mit Karteikarten am Tisch durchgeführt.

 

Statistische Hypothese und Auswertung

 

Überprüft habe ich ob sich die Häufigkeit der Zuteilung in eine der beiden Kategorien "Community" oder "Blogs" signifikant vom Zufall unterscheidet.

 

H0: p = 0,5
HA: p ≠ 0,5

Die statistische Auswertung wurde mit Hilfe eines z-Tests für Populationsproportionen bei einem Fehlerniveau von α < 0,05 durchgeführt.

 

Ergebnisse

 

Die Auswertung der Daten hat ergeben, dass sich die Wahrscheinlichkeit der Zuteilung in allen bis auf zwei Fälle signifikant vom Zufall unterscheidet. Im Falle der Items "Aktuelle Newsblog-Einträge" und "Am meisten diskutierte Blog-Einträge" bestand lediglich eine Tendenz zum Unterschied (z = 1,807, p = 0,072).

 

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Konsequenzen für unsere Inhaltsstrukturierung

 

Im Großen und Ganzen wird die Sortierung die dynamischen Inhalte in der neuen Version von blogage.de diesen Ergebnissen folgen. "Aktuelle Newsblog-Einträge" wollen wir entgegen der Tendenz jedoch in "Community" unterbringen. Ich glaube, dass hier auf Grund der Bezeichnung des Inhalts ein Bias zu der Seite "Blogs" vorliegt. Da die Informationen auf dem Newsblog in der Regel doch eher community-bezogen sind, sind wir der Meinung dass dieser Inhalt auch in "Community" besser aufgehoben ist.

Im Falle von "Am meisten diskutierte Blog-Einträge" haben wir uns entschieden diesen Inhalt ebenfalls in "Community" einzusortieren. Die Zuordnung unserer Versuchspersonen wies keine eindeutige Präferenz auf und zu gunsten der zahlmäßigen Ausgeglichenheit haben wir uns in diesem Fall gegen die Zuteilung zu "Blogs" entschieden.

Noch eine kurze Anmerkung zum Schluss: Mir ist bewusst, dass auf Grund der statistischen Hypothese keine Aussage hinsichtlich der Kategorie-Zuordnung möglich ist. Streng genommen kann nur festgestellt werden, dass die Zuordnung durch die Versuchspersonen nicht zufällig ist, allerdings nicht in welche Richtung sie abweicht. Dieses wissenschaftliche Manko nehme ich mir allerdings vor dem Hintergrund der anstehenden Prüfungen heraus und verzichte daher auf eine zweite Erhebung mit gerichteten Hypothesen. ;)

 

Links zum Thema:

 

 

Ich teste die Nutzung von Netzwerke wie SchülerVZ, StudiVZ, Facebook usw. auf Handys und PDAs. Hierfür benötige ich Deine Unterstützung.

Ich habe Alexander Jürgens auf dem letzten Webmontag in Düsseldorf kennen gelernt. Er sprach mich nach meinem Vortrag zum Thema Usability im Web 2.0 an und wir unterhielt uns ein wenig. Er arbeitet an der Fachhochschule Düsseldorf im Fachbereich Wirtschaft, Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung. Aktuell arbeitet er an einer Untersuchung in der er die Usability von sozialen Netzwerken im Zusammenhang mit mobilen Internetgeräten.

Die Untersuchung findet vom 16. bis zum 27. Juni 2008 an der Universität Düsseldorf statt und dauert etwa 30 Minuten.

Es werden noch Versuchspersonen gesucht - besonders Studentinnen. Jeder Teilnehmer bekommt als Dankeschön "ein kleines Geschenk und ein Stück Kuchen".

Ich bin sehr gespannt. Ich habe meinen Termin am Donnerstag.

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