blogage.de: Evolution der Dateiverwaltung | 14.11.2009 |
Während sich die Community von blogage.de langsam entwickelt, basteln wir im Hintergrund kontinuierlich an der Funktionalität und vor allem der User Experience des Portals sowie unserer Blogs herum. Es gibt viele Ecken an denen wir Überarbeitung für dringend nötig halten und bemühen uns diese Stück für Stück abzuarbeiten.
Ich möchte einmal an Hand eines Beispiels einen Eindruck vermitteln, wo die Reise hingehen soll. Wie vor etwa einem Monat im blogage.de-Newsblog bekannt gegeben haben wir unsere Dateiverwaltung und das Hochladen von Dateien grundlegend überarbeitet. Hier also eine kurze Geschichte der Evolution der Dateiverwaltung (der Upload-Dialog folgt, so stay tuned).
Vorher: Die alte Dateiverwaltung
Zu Beginn, hier ein kurzes Video von der Ausgangssituation (blogage.de-Videohilfe):
Die Dateiverwaltung erinnert sehr an den Windows Explorer und ist in ihrer Handhabung recht umständlich. Das Verschieben von Dateien in Ordner z.B. ist symptomatisch für die Unzulänglichkeit der Übertragung der Datei und Ordner-Metapher vom Desktop ins Web.
Aber auch viele andere Aspekte, wie die häufig kleinen und leicht zu übersehen Links, oder der überladene und viel zu große Upload-Dialog waren gelinde gesagt keine Augenweide.
Beginn der Überarbeitung: Ein neues Vorbild
Zu Beginn der Überarbeitung war uns klar, wir wollen es so einfach wie möglich gestalten. Der Benutzer soll so wenig wie möglich neu erlenen müssen. Die Entscheidung sich weiterhin an einem Desktop-Vorbild zu orientieren war naheliegend.
Uns gefiel die Spalten-Ansicht der Ordner in Mac OS X sehr gut, also entschieden wir uns zu versuchen in diese Richtung zu arbeiten. Durch die Entwicklung von JavaScript Frameworks, die seit der letzten Version der Dateiverwaltung stattgefunden hat, war die Umsetzung dieser Art für uns auch tatsächlich möglich geworden. Es gibt bei der Übertragung ins Web allerdings Einschränkungen, die beachtet werden mussten:
- Kontextmenüs: Auf dem Desktop ist man es gewöhnt mit einem Rechts-Klick ein Kontextmenü zu öffnen und dadurch Dateien zu bearbeiten. Im Web ist dies mittel JavaScript zwar möglich, allerdings ist hier die Erwartungshaltung der Benutzer eine andere. Es wird zurecht argumentiert, dass das hinzufügen eines Kontextmenüs nicht schadet, aber es kann nicht die primäre Bedienform sein. (Diskussion zum Thema)
- Platz: Der Platz innerhalb eines Browserfensters ist im Vergleich zu Desktop-Oberflächen recht begrenzt. Es muss also mitunter auf Informationen und Bedienelemente verzichtet werden.
Insgesamt halte ich es jedoch mit unter für kontraproduktiv sich zu viele Gedanken über die (technischen) Einschränkungen zu machen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich keine guten Lösungen finde, wenn ich mir zu viel sorgen über die Umsetzung mache. Das führt zwar häufig zu Protest und Kritik von seiten der Entwickler, aber es fördert die Findung einer guten Lösung - vorausgesetzt man bemüht sich im Anschluss gemeinsam einen guten Kompromiss zu finden.
The next level: Der Entwurf und seine Vorteile
Nach einigem ausprobieren, hin und her mit den Icons und weiteren Überlegungen, sah der finale Entwurf dann wie folgt aus:
Mir war es bei dem Entwurf wichtig, dass die wichtigen Funktionen nicht zu übersehen sind. Die großen Icons vergrößern nicht nur die klickbare Fläche, sondern dienen als zusätzliche Hinweise für die Funktionalität und erleichtern das Erfassen.
Das Erscheinungsbild der neuen Dateiverwaltung sollte optisch einen deutliche Ähnlichkeit zum Betriebssystem haben, um den Transfer von Erwartungen zu begünstigen. Dateien können per Drag & Drop zwischen den Ordnern verschoben werden. Es können mittels eines Shift-Klicks mehrere Dateien gleichzeitig aktiviert und verschoben, runtergeladen oder gelöscht werden und so weiter.
Auch die Möglichkeit nicht nur Dateien, sondern auch Ordner umzubenennen ist mit dieser Oberfläche möglich, worauf voher aus Platzgründen verzichtet wurde.
Ein weiteres großes Manko der alten Dateiverwaltung war es, dass man die Zusatzinformationen zu einer Datein ausklappen musste, um deren Öffentlichkeits-Einstellung sehen zu können. Daher habe ich mich dazu entschieden nicht-öffentliche Dateien gleich in der Übersicht als solche zu kennzeichnen. So muss man nicht immer wieder besorgt nachschauen, ob die top-secret-Dateien auch wirklich nicht öffentlich zugänglich sind.
Opfer der Revolution: Gestrichene Funktionen
Es ist allerdings nicht nur Funktionalität hinzugekommen. EIne Funktion, die wir anfangs für potentiell nützlich hielten, stellt sich als ungenutzt und überflüssig heraus: Die Bemerkungen zu Dateien. Daher wurden diese kurzer Hand gestrichen.
Auch die Einstellung einer Lizenz für jeden einzelne Datei machte sowohl das hochladen, als auch das Verwalten der Dateien unnötig kompliziert. Da wir Bloggen so einfach wie möglich machen wollen, möchten wir unser Benutzer nicht zwingen, sich bei jeder einzelnen hochgeladenen Datei über die Rechte Gedanken zu machen. Deshalb haben wir uns auch hier entschieden auf diese Funktion zu verzichten.
Zu guter letzt bekam ich dann beim Erstellen des Entwurfs ein Platzproblem bei der Unterbringung der URL für die jeweiligen Dateien. Auch hier habe ich über eine Aufgabe der Möglichkeit nachgedacht die Datei-URL aufzurufen, kam aber schnell zu dem Schluss, dass dies keine gute Idee war. Also entschied ich mich dazu, die Adressen über einen Button in einem Modal zu öffnen, dass sich über die Dateiverwaltung legt.
Das Endprodukt
Für die Umsetzung hat sich dann besonders mutle ins Zeug gelegt und das Resultat ist sehr gelungen, wie ich finde. Hier das Ganze in Bewegung:
Wir arbeiten natürlich auch an der Dateiverwaltung weiter. Wer also Anmerkungen, Kritk oder Verbesserungsvorschläge hat: Immer her damit.

